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Provinzen | Teesorten und Herstellung | Lagerung | Zubereitung

China

Es gibt zahlreiche weltberühmte Teeanbaugebiete, die sich auf einige Provinzen verteilen und deren Spezifika sich nur schwer in unserem Angebot wiederspiegeln lassen. Zu viele interessante und gute Tees gibt es dort. Im Folgenden werden einige Provinzen kurz vorgestellt, mit Fokus auf die typischen und bekannten Tees, die dort hergestellt werden. Unser Angebot enthält eine Auswahl der Tees dieser Provinzen und wird auch je nach Saison und Erntequalität ständig erweitert.
Yunnan

In dieser Provinz werden sehr hochwertige grüne und schwarze Tees hergestellt, sowie die berühmten Pu Er-Tees. Eines haben alle Tees gemein: sie sind in ihrem Geschmack sehr spezifisch und lassen sich kaum mit anderen Tees vergleichen.

Die Grüntees überzeugen mit einem aromatischen und kräftigen Geschmack, man könnte fast sagen, mit einer gewissen "Schärfe" und einer ausgeprägten bitteren Note. Ein sehr hochwertiger Vertreter dieses Typs ist der Eshan Mao Feng.

Schwarztees aus Yunnan zeichnen sich ebenfalls durch einen kräftigen Geschmack und große Ergiebigkeit aus. In gelungenen Tees kommt eine schöne und intensive Note von getrockneten Früchten zum Tragen. Sehr gut zeigt dies unser Dian Hong Mao Feng.

Pu Er-Tee ist benannt nach Stadt und Bezirk Pu Er (auch Pu Erh, Puerh oder Puer, über die Schreibweise herrscht keine Einigkeit). Produziert wird er in den Bergen der Grenzregion nach Tibet hin. Bei Pu Er-Tee handelt es sich um einen nachfermentierten Tee: Getrockneter (grüner) Tee wird angefeuchtet und einige Monate lang in Lagerhäusern unter bestimmter Luftfeuchtigkeit und Temperatur gelagert. Die eigentliche Fermentationszeit beträgt drei Monate, woran sich eine Lagerzeit von ein bis zwei Jahren anschließt. Es scheint, als ob die klimatischen Bedingungen der feuchten Bergregion des chinesisch-tibetanischen Grenzgebietes, besonders die Regionen Xishuangbanna und Simao am Fluß Lacang, ursprünglich mehr oder minder zwangsläufig zu dieser besonderen Fermentation geführt haben, wenn nur der Tee lange genug aufbewahrt wurde.

Zhejiang

Der bekannteste Tee aus dieser Provinz ist Long Jing oder Drachenbrunnen-Tee. Er dürfte auch in Deutschland mit zu den populärsten chinesischen Grüntees zählen und in China rechnet man ihn zu den besten Tees überhaupt. Und bei einer Tasse erstklassigem Long Jing ist dies sehr schnell verständlich. Benannt ist dieser Tee nach dem berühmten Drachenbrunnen, in dessen Umgebung er angebaut wird und dessen Wasser als ideal zur Zubereitung dieses Tees angesehen wird. Ein guter Long Jing sollte mild und rund sein, im Geschmack zeigen sich Noten von Kastanien, Artischocken, feinen Kräutern mit einer leichten und milden Süße.

Guandong

In dieser Provinz werden unter anderem hochinteressante, mittel stark oxidierte Oolongs hergestellt. Dazu zählen Shui Xian, Se Chung und vor allem der hochwertige Feng Huang Dan Cong. Gerade die Dan Congs überraschen mit einer großen Vielfalt and Düften und Geschmäckern, von kräftig aprikosenartig bis hauchzart an Orchideen erinnernd. Einige Typen dieser Tees zählen zu den weltweit teuersten Tees.

Fujian

In dieser Provinz wird eine große Bandbreite sehr berühmter Tees hergestellt, seien es weiße Tees wie Yin Zhen, Bai Mu Dan, Jasmin-Tees oder verschiedenste grüne Tees. Besonders bekannt aus dieser Provinz sind die Oolong-Tees. Im Süden der Provinz, nahe der Stadt Anxi, werden meist nur wenig oxidierte Tees wie der Ti Guan Yin oder Huang Jin Gui produziert. Sie zeichnen sich durch einen intensiven blumigen, orchideenartigen Duft und Geschmack aus. Ein gutes Beispiel ist hier unser Mao Xie, der einen fliederartigen Duft verströmt, welcher auch im Geschmack dominiert.

Im Norden, in den Wuyi-Bergen, werden mittelstark oxidierte Oolongs wie Da Hong Pao oder Rou Gui, die sehr spezifisch für diese Gegend sind, hergestellt. Im Geschmack haben diese Tees oft Noten von Kakao, Kaffee, gerösteten Nüssen. In den Tees höherwertiger Qualität finden sich außerdem tiefe blumige Aromen. Und wenn man über Wuyi spricht, darf man den berühmten Lapsang Souchong nicht vergessen: einen exklusiven schwarzen Tee, der über Kiefernholz geräuchert wird. Qualitätstees dieses Typs zeichnen sich durch ein zartes Aroma von getrockneten Früchten aus, das dezent von einem leichten Räuchergeschmack begleitet wird.

Anhui

Bei Anhui muss man eigentlich nur Qi Men Mao Feng (Keemun) erwähnen: ein schwarzer Tee, der zu den besten der Welt gehört. Dieser Teetyp wird erst seit dem 19. Jahrhundert hergestellt und hat sich innerhalb kürzester Zeit in der ganzen Welt einen erstklassigen Ruf verschafft. Aber auch berühmte Grüntees stammen aus dieser Provinz, wie der Huang Shan Mao Feng, beim dem man zarte blumige und honigartige Noten entdecken kann. Die umliegenden Gebirge in dieser Provinz zählen übrigens zu den größten Sehenswürdigkeiten Chinas. Sehr interessant ist auch der Ding Gu Da Fang, dessen Charakter und Aussehen einem Long Jing ähneln.

Tiang Su

Tiang Su ist die nördlichste chinesische Provinz, in der Tee hergestellt wird. Sie steht etwas im Schatten der anderen bekannteren Provinzen. Dennoch wird hier ein Tee gepflückt, der zu den besten Tees Chinas gehört und der diese Provinz in den Blickpunkt rückt: der grüne Tee Bi Luo Chun. Er wächst in den Obsthainen an den Ufern des Sees Tai Hu. Und in dieser Provinz liegt auch die Stadt Ixing, aus der die berühmten keramischen Teekännchen und -schalen stammen.

Taiwan

Taiwan ist mit seinem Klima und seinen Bergen prädestiniert zur Herstellung sehr guter Tees. Gerade aus den höheren Lagen um das Gebirge Ali Shan stammen einige der berühmtesten Tees der Welt. Die besten Tees werden in Höhen um 1800m angebaut. Diese rauen Bedingungen bieten beste Möglichkeiten, um im Tee wunderbare und kräftige blumige Aromen entstehen zu lassen. Diese Tees werden meist unter den Oberbegriffen "Jade Oolong" für wenig oxidierte (10-20%) und "Fancy Oolong" für recht stark oxidierte (50-70%) Tees zusammengefasst und sind unter diesen Namen auch bekannt.

Gute Jade Oolongs zeichnen sich durch einen intensiven blumigen Duft und Geschmack oder durch starke Noten von Edelhölzern aus, Fancy Oolongs wiederum durch einen schweren, würzig-fruchtigen manchmal würzig-süßen Duft und Geschmack. Bei beiden Oolong-Typen überrascht immer wieder die Vielfalt der Düfte und Geschmäcker. Jade Oolongs sind mit ihrer Milde ideal dazu geeignet, sie mit hochwertigen Blüten auf natürliche Weise zu aromatisieren. Benutzt werden dazu meist Osmanthusblüten, Rosenblüten, Ginsengpulver oder -extrakt.

Eine besondere Position nimmt der sehr populäre Paochung ein, ein nur ganz leicht oxidierter Tee mit köstlich blumigen Duft und Geschmack. Aber auch im Grünteebereich lassen sich ausgesprochen gute Tees finden. Das beste Beispiel dafür ist der Bi Luo Chun. Ursprünglich als eine Kopie des berühmten chinesischen Bi Luo Chun gedacht, ist dieser Tee deutlich anders als das Original, hat aber seine eigenen Reize, die ihn zu einem interessanten Tee machen.

Japan

In Japan werden, abgesehen von wenigen Ausnahmen, nur grüne Tees hergestellt. Die hohe Qualität einiger dieser Tees erreichen nur wenige chinesische Grüntees. Der japanische Eigenverbrauch übersteigt deutlich die eigenen Herstellungskapazitäten, so dass wirklich hochwertige Tees nur schwierig und zu recht zu hohen Preisen ins Ausland gelangen.

Berühmt ist vor allem das Anbaugebiet Uji bei Kyoto, wo mit die besten Tees der Welt hergestellt werden. Aber auch Kagoshima auf der südlichen Insel Kyushu hat sehr gute Bedingungen, um Spitzentees zu produzieren.

Mit unserem japanischen Sortiment haben wir uns auf die Gegend um Kyoto konzentriert. Bei der Zusammenstellung des Angebots haben wir vor allem darauf Wert gelegt, die Bandbreite der verschiedenen Teearten aufzuzeigen. Neben den bekannten und geschätzten Sencha oder Gyokuro aus Kyoto findet man in unserem Angebot den in Deutschland etwas weniger bekannten Tamaryokucha, der sich durch einen wunderbar kräftigen, würzigen und leicht nussigen Geschmack auszeichnet.

Des Weiteren umfasst unser Angebot ein sehr interessantes Angebot an KEIKO-Tees, die in Kagoshima angebaut werden. Die Tees werden kontrolliert biologisch hergestellt und überzeugen durch ihre sehr gute Qualität. Ungewöhnlich ist ihre Herstellungsweise: fast alle Tees werden als Kabuse-Tees hergestellt, d.h. sie werden vor der Pflückungsphase für einige Zeit durch Matten beschattet. Dadurch bildet sich in den Blättern mehr Chlorophyll, sowie weitere Inhaltsstoffe. Diese Tees sind im Geschmack sehr gehaltvoll und meist sehr anregend.

Indien

Indien ist kein traditionelles Teeland wie China oder Japan. Der Tee wurde erst durch den Einfluß der Engländer im 19. Jahrhundert hier angebaut, die sich dadurch aus der Abhängigkeit von Chinas Teelieferungen lösen wollten. Gerade in Nordindien, speziell in Darjeeling, sind für den Teeanbau fast ideale Bedingungen gegeben.

Darjeeling

Zu den indischen Darjeelings muss man wohl nicht viel sagen: sie gehören einfach zu den Spitzentees und oft werden sie als die Champagner unter den Tees bezeichnet. Teeliebhaber auf der ganzen Welt warten im Frühjahr sehnsüchtig auf das Eintreffen der ersten Pflückungen, der First Flushs. Es gibt zahlreiche Gärten mit Weltruf und jeder hat seine Spezifika. Und etwas ähnliches wiederholt sich während der Zeit der zweiten Pflückung, des Second Flush. Vom Charakter deutlich voller und satter, genießt auch dieser Tee weltweit einen sehr guten Ruf. Neben diesen berühmten schwarzen Tees, werden in einem deutlich kleineren Maßstab auch Oolongs, Grüntees und in letzter Zeit auch weiße Tees produziert.

In unserem Angebot werden wir uns bei frischen Ernten auf einige wenige dieser Tees mit der bestmöglichen Qualität konzentrieren.

Nepal

Ebenso wie Indien, ist Nepal auch kein klassischen Teeanbauland. Und ebenso wie in Indien, werden hier sehr gute Tees angebaut, wobei aber oft noch einfache Qualität überwiegt. Der Charakter ist sehr ähnlich den Darjeelings, es lassen sich hier aber noch zu sehr guten Preisen sehr gute Tees entdecken. Zahlreiche Dinge über die erste und zweite Pflückung gelten wie bei den Darjeelings, die erste Pflückung ist meist sehr leicht, blumig, Assoziationen an eine blühende Blumenwiese liegen nahe. Die zweite Pflückung ist auch hier deutlich satter und voller.

Es werden außerdem seit einiger Zeit verschiedene Oolongs angebaut. Es handelt sich um Tees, die zwar den klassischen Charakter dieser Gegend behalten, aber in ihrem Geschmack auf sehr schöne Weise zarte Fruchttöne beinhalten. Gerade hier lassen sich interessante Endeckungen machen., wie z. B. der Oolong Jun Chiayabari, der in manchen Feinheiten an einen Feng Huang Dan Cong aus Guandong/China erinnert.


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